Neujahrsvorsätze

Zu Silvester oder kurz danach werde ich oft angesprochen, ob und wenn ja, welche Neujahrsvorsätze habe. Kein unheikles Thema, denn ich habe eigentlich keine – Ich mache mir nicht so viel daraus. Warum auch auf Silvester warten, wenn man was lostreten will? Das Thema an sich birgt aber genug Material, um es mal etwas auszuleuchten.

Eigentlich ist das Thema der Neujahrsvorsätze sehr unterhatsam. Es gibt Übersichten, welche Vorsätze statistisch gesehen die häufigsten sind – zum Beispiel von der Cosmopolitan oder auch von der Wirtschaftswoche. Wobei der letzte Artikel auch etwas über den Hintergrund des Brauches berichtet, was in der Tat interessant ist. Amüsanter wird es, wenn ich von den Fachleuten der Online-Redakteure schon gesagt bekomme, welche Vorsätze scheitern werden.  Da haben sie sicher auch interessante Statistiken drüber. Zum Glück habe ich da schon ein Gegenmittel gefunden: In den Zeiten des Internets gibt es fast nichts, was es nicht gibt, insofern auch den Erinnerungsdienst an die guten Vorsätze, sogar mit eigener Domain.

Nicht unerwähnt dürfen unsere Vorbilder, die Promis, bleiben. Interessanterweise sieht es zum Beispiel Kim Kardashianes ähnlich wie ich: Sie glaubt, dass es produktiver sei, sich jeden Monat kleinere Ziele zu setzen. [ohne Link, da ich die Homepage von Ihr nicht abbonniert habe und es also nicht verifizieren kann: https://www.kimkardashianwest.com/behind-the-scenes/534-new-years-resolutions/]. Nun, im Gegensatz zu ihr werde ich aber vermutlich nicht mit einigen meiner Twitter-Follower Wochenendtrips verbringen, das wäre etwas einsam.

Selbst Koreas Machthaber Kim Jong Un hat Neujahrsvorsätze. Wie N24 verrät, jedoch schon seit mehreren Jahren die gleichen – sollte er seine Vorsätze vom Vorjahr nicht umgesetzt haben? In diesem winzigen Ausschnitt der Realität erscheint selbst er fast menschlich.

Und was bedeutet das für uns Normalsterliche? Mal sehen, welche Optionen wir haben:

  1. Wir können uns mit unseren Vorsätzen prima unter Druck setzen, in dem wir uns unklare und utopische Ziele setzen.
  2. Um unser schlechtes Gewissen zu maximieren, können wir Freunde bitten, bei uns den Erfolg abzufragen.
  3. Wenn wir mal wieder schwach zu werden drohen, können wir uns Hilfe bei Experten holen.
  4. Wir brauchen einen Sündenbock, falls der unwahrscheinliche Fall eintritt, dass unsere Pläne schiefgehen. Keinesfalls darf der Nimbus des Versagers an uns heften bleiben.
  5. Wir könnten das geringe Risiko eingehen, kein Lob für den Erfolg zu bekommen, indem wir die ganze Neujahrsvorsatz-Arie zur Geheimsache erklären. Dann fällt es weniger auf, wenn wir mal wieder kein Erfolg haben. Das ist das Gegenmodell zu 2.
  6. Wir können kurz vor Neujahr (der Tipp kommt zugegebener Weise etwas spät) all unsere Vorsätze aufschreiben und an eine Rakete hängen, die wir dann in den Himmel schießen – dann sind wir sie los und können weitermachen wie bisher.
  7. Auf keinen Fall sollten wir das Thema allzu ernst nehmen.

Was bleibt für mich?

Ich überlege mir mal was als Vorsatz für den Januar, den ich dann in den nächsten drei Monaten umsetzen oder wieder vergessen kann. Das sag ich aber niemanden, insofern kann auch keiner nachfragen.

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