Einstieg ins Streaming mit UPnP

Meine ersten Gehversuche im Streaming mit UPnP von Musik habe ich mit einem Raspberry und dem damaligen XBMC gemacht. Das ist sicher schon zwei Jahre her. Ich wollte eigentlich nur vom Handy aus Musik auf meine Musikanlage spielen. Klingt einfach, aber die Geschichte geht ja noch weiter.

Natürlich wollte ich die eierlegende Wollmilchsau: Ich wollte Spotify auf der Anlage, ich wollte Amazon Prime sehen und hören, meine Musik hören, die auf einem Netzwerk-Server gespeichert ist etc. Gut klingen sollte es auch noch. Aber der Reihe nach.

Grundsätzlich gibt es zwei Herangehensweisen, Musik von einem Handy auf eine Musikanlage zu bekommen: Bluetooth und ein Hifi-taugliches Protokoll wie a2dp oder UPNP. Mein Handy kann kein a2dp, insofern gab es da nicht viel Möglichkeiten: Ich habe mich auf UPnP konzentriert. Zum Rumspielen mit der schönen neuen Welt hatte ich ein altes, ausrangiertes Android-Handy genommen, ins lokale WLAN gehängt, UPnP Monkey als Musik-Renderer installiert und mit Media-House UPnP angesteuert. Das funktionierte fast gut – das Handy hat sich immer wieder in den Standby versetzt und dann wars aus mit Musik hören. Doof. Außerdem war das Handy nicht ohne Grund ausrangiert: Einstiegsklasse mit einer Klangqualität eher noch darunter.

Dann kam den Raspberry. Ziemliches Gehühnere, aber irgendwann lief XBMC (heute benutzt man KODI, ich weiß) als Musik-Renderer. Ich habe mir auch ein schönes, wohnzimmertaugliches Gehäuse aus Holz gebaut, in dem ich noch einen HDMI-Audio-Extractor von Ligawo (ca. 30€) untergebracht habe (Ihr wißt schon: Wegen des besseren Klanges). Angesteuert habe ich den Raspi mit der Free-Variante von BubbleUPnP. Und? Ja, tat grundsätzlich. Aber auch nicht immer. Der Raspi hat sich immer wieder verschluckt und dann wars aus mit Musik. Ich behaupte zumindest mal, das es der Raspi war, denn den musste ich zum Weiterhören neu starten. Ich habe rumgemacht mit anderen Distributionen von XBMC, war alles mit ähnlichem Erfolg. Ich habe den Raspi in den Keller verbannt und war durch mit dem Thema Streaming.

Wie das Schicksal so spielt, starb meine Hifi-Anlage eines Tages (zufällig, wirklich) und ich hatte bei meiner besten Ehefrau von allen Chancen, ein Budget für eine neue Anlage zu erwirken. Soweit so gut, aber was? Es sollte nicht wieder das gleiche Gerät sein, dass ich hatte: ich wollte in die Welt der Netzwerk-Musik, das war zumindest für mich klar. Beim Rest der Familie musste ich noch um etwas Verständnis für diesen Spleen werben. Zumindest haben sie mich mal machen lassen. Ganz klar musste ein UPnP-fähiger Netzwerkplayer her. Und ich wollte weiterhin meine antiquierten CDs abspielen. Und es gab grade ein Angebot für den Yamaha CDN500. Die Entscheidungsfindung war nicht ganz so kurz aber letztendlich ist es der Yamaha geworden.

Und? Alles gut. Tut einfach. Fast immer. Stürzt zwar alle Jubeljahre mal ab (einmal im viertel Jahr oder so, gefühlt) und kann die Laustärke nicht übers Handy verändern, aber dafür ist er im Alltag unauffällig, einfach zu bedienen und funktioniert. Kein Gefrickel mit Holz-Kisten, HDMI-Audio-Extraktoren und täglichen Ausfällen. Sagte ich schon was zum Klang? Ach, richtig, nur dass ich Wert drauf lege: Ja, klingt toll.

Wir hatten aber noch eine Liste mit weiteren Anforderungen: Spotify und Amazon. Was ist damit? Amazon habe ich mit weiterer Hardware erschlagen und den FireTV-Stick gekauft. Fertig. Funktioniert und ich brauche das Handy gar nicht dazu. War sowieso eine Schnapsidee auf diesem Mäusekino Blockbuster schauen zu wollen. Spotify habe ich einige Zeit über ein gerootetes Handy über BubbleUPnP und xposed gehört, bis mich die Werbung genervt hat. Dann habe ich nicht mehr gehört. Deinstalliert habe ich Spotify, als sie angefangen haben, nach einem Update weitere Rechte einzufordern – aber das ist ein anderes Thema…

Und wie ist der aktuelle Stand? Neu in der Sammlung ist der Pure Jongo A2 (30€) an einer Aktiv-Box. Sehr nett. Tut übrigens auch einfach und – genau – klingt auch gut. Hachja, man sollte sich auf die Dinge konzentrieren, die man kann – Netzwerkspieler bauen gehört für mich offensichtlich nicht dazu. Aber ein glückliches Händchen fürs Kaufen derselben habe ich wohl.